Gallup-Umfrage zeigt: Vom Euphorie zum Realismus in der ukrainischen Gesellschaft – was nach dem Krieg erwartet wird

Chas Pravdy - 12 August 2025 09:54

Aktuelle soziologische Studien in der Ukraine, insbesondere die vom Gallup-Institut durchgeführten, sorgen für rege Diskussionen und unterschiedliche Interpretationen hinsichtlich der Stimmung in der ukrainischen Bevölkerung während des Krieges.

Laut diesen Umfragen befindet sich die Gesellschaft nicht mehr im euphorischen Zustand von 2022, als viele aufgrund des Widerstands gegen die russische Aggression und erster militärischer Erfolge Optimismus zeigten.

Stattdessen dominiert eine vorsichtige, realistische Haltung – der Übergang vom naiven Optimismus hin zur Erkenntnis, dass ein friedlicher Abschluss nur durch Verhandlungen möglich ist.

Über 69 % der Ukrainer wünschen sich ein rasches Ende des Krieges durch diplomatische Maßnahmen, im Gegensatz zu deutlich geringeren Werten im Vorjahr.

Diese Zahlen werfen Fragen hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung auf, da zahlreiche Soziologen betonen, dass die Mehrheit noch immer gegen territoriale Zugeständnisse ist und die territoriale Integrität sowie die Sicherheit des Staates gewahrt werden müssen.

Es gilt auch, soziale Spannungen und mögliche neue Protestwellen zu berücksichtigen, die zu gesellschaftlichen Brüchen führen könnten.

Die Daten deuten darauf hin, dass die ukrainische Gesellschaft zwar auf einen friedlichen Abschluss drängt, dies jedoch nur unter Bedingungen der Bewahrung der Souveränität möglich ist.

Dabei ist eine interne Dialogförderung essenziell, um gesellschaftliche Konflikte zu vermeiden.

Die Erwartungen an den Wiederaufbau und ein friedliches Miteinander bleiben hoch, doch die Realität des Krieges und die Erschöpfung der Bevölkerung setzen Grenzen.

Auf internationaler Ebene beeinflusst die Diskussion um die Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin die innere Dynamik in der Ukraine erheblich.

Evhen Holovaha, Leiter des Soziologischen Instituts der Nationalakademie der Wissenschaften der Ukraine, betont, dass die momentane Stimmung eine strategische Ausrichtung auf eine stabile und würdige Lösung widerspiegelt.

Studien verschiedener Institute belegen die Unterstützung der Ukrainer für Friedensgespräche, unter gleichzeitiger Betonung der Wahrung der territorialen Unversehrtheit und der nationalen Souveränität.

Diese gesellschaftlichen Wandlungen unterstreichen die Bedeutung einer Politik, die Diplomatie, nationale Einheit und psychologische Stabilität kombiniert, um die Stabilität nach der Krise zu sichern.

Es ist klar, dass die Ukraine auf einem komplexen Weg zwischen Diplomatie, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Bürgerresilienz voranschreiten muss, um gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen.

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