Im Zentrum von Moskau kam es während der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges zu einer unerwarteten und lauten Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und einem Bürgeraktivisten

Nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen wurde einer der Demonstrationsteilnehmer, der ein Plakat mit der Aufschrift "Nein zum Krieg!" hielt, von der Polizei festgenommen und anschließend brutal verprügelt. Besonders hervorzuheben sind bei diesem Vorfall die Details über den Einsatz von Gewalt gegen einen jungen Mann, der seine Ablehnung der anhaltenden russischen Aggression zum Ausdruck bringen wollte. Laut Organisationen wie "OVD-Info" ereignete sich die Aktion am 9. Mai im Stadtzentrum — dem Tag, der in Russland offiziell als "Tag des Sieges" bekannt ist. Gerade an diesem Tag versammelten sich Menschen auf der Pushkin-Platz, um dieses historische Datum zu feiern, inmitten offizieller Zeremonien und festlicher Paraden. Der Aktivist, dessen Name nicht genannt wird, kann als jemand beschrieben werden, der sich aus der Menge schob, mit einem Protestplakat in der Hand. Zeugen berichten, dass ihm kurz darauf Polizeibeamte nahe kamen, ihn an den Arm nahmen und in eine unbekannte Richtung abführten. Wie Menschenrechtsverteidiger und der Aktivist selbst berichten, wurde er am darauffolgenden Tag aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Doch mit seiner Freilassung kamen schockierende Neuigkeiten: Er war ins Gesicht geschlagen worden. Nach eigenen Angaben waren die Spuren von Schlägen deutlich sichtbar, und er begab sich in eine medizinische Einrichtung, um sich untersuchen zu lassen und Hilfe zu erhalten. Zudem wurde gegen ihn ein Bericht wegen "Verleumdung der russischen Armee" erstellt — ein Artikel, der in letzter Zeit zu einem beliebten Mittel geworden ist, um Aktivisten und gesellschaftliche Kritiker, die der Regierungspolitik widersprechen, strafrechtlich zu verfolgen. Das Hauptproblem, das derzeit die Menschenrechtsaktivisten empört, ist jedoch die faktische Illegalität seiner Festnahme. Da diese Straftat keine administrative Haft vorsieht — eine Strafe in Form von bis zu 15 Tagen Festnahme — stellt jede längerfristige Inhaftierung ein Verstoß gegen die Gesetzgebung dar. Laut Juristen und Experten führen der Einsatz von Gewalt gegen den Aktivisten sowie seine Festnahme ohne rechtliche Grundlage zu erheblichem gesellschaftlichem Resonanz und werfen Zweifel an der Einhaltung der Menschenrechte in der russischen Hauptstadt auf. Nach dem Vorfall suchte sich der Aktivist medizinische Hilfe zur Dokumentation der verletzungen und um notwendige Unterstützung zu erhalten. Menschenrechtsverteidiger äußern bereits Empörung über die sogenannte "allgemein anerkannte" Praxis von Gewaltanwendung und rechtswidrigen Festnahmen bei politischen Aktionen, insbesondere an einem so symbolträchtigen Tag wie dem 9. Mai. Dieser Vorfall löst eine immer breitere Debatte über die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte im von der Regierung kontrollierten Raum aus sowie über die Verantwortung der Sicherheitsorgane für ihr Handeln bei Großveranstaltungen. Die Fragen bleiben vorerst offen: Wird die Gerechtigkeit in diesem Fall Recht sprechen? Und wird es Bürgern möglich sein, ihre Überzeugungen frei zu äußern, wenn sie selbst an einem feierlichen Tag mit Gewalt und Verfolgung bedroht werden? Beobachter und Menschenrechtsorganisationen verfolgen die Entwicklungen weiterhin aufmerksam und fordern die strikte Einhaltung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit durch die staatlichen Strukturen.