Frankreich und Großbritannien befinden sich weiterhin im Prozess der Festlegung ihrer Positionen bezüglich der möglichen Platzierung eines Kontingents in der Ukraine nach Beendigung des Krieges, und selbst derzeit wurden keine konkreten Vereinbarungen hinsichtlich der Zahl, des Personals oder der Standorte der westlichen Truppen getroffen

Chas Pravdy - 10 Mai 2025 16:40

Dies wurde direkt von Vertretern beider Länder während eines kürzlichen Treffens mit Journalisten in Kiew mitgeteilt, das im Rahmen des „Kreislaufs der Entschlossenen“ stattgefunden hat, bei dem Führer mehrerer westlicher Staaten versammelt waren. Laut dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ist das Diskussionsverfahren noch aktiv im Gange, und es kann derzeit keine endgültige Variante genannt werden. „Wir führen Diskussionen mit all unseren Partnern unter Führung Frankreichs und Großbritanniens. Kann ich heute Ergebnisse verkünden? Nein. Wir arbeiten an verschiedenen Szenarien, und unsere Entscheidung hängt zu einem großen Teil von der Reaktion Russlands ab. Sobald wir diese Antwort erhalten, können wir voranschreiten und den effektivsten Vorschlag erarbeiten“, erklärte der französische Staatschef. Der britische Premierminister Rishi Sunak bestätigte ebenfalls, dass die Frage der möglichen stationierten Streitkräfte auf See, in der Luft und an Land noch nicht endgültig geklärt ist, da das Ende der Kampfhandlungen und der Waffenstillstandsregime noch aussteht. „Die Frage nach dem Kontingent in allen drei Richtungen bleibt offen, da die Lage extrem wechselhaft ist und vom weiteren Verlauf der Bodenkämpfe abhängt“, betonte er. Allerdings hob Sunak hervor, dass die Rolle der westlichen Streitkräfte im zukünftigen Friedensprozess wichtig und notwendig ist, da es ohne eine solche Präsenz äußerst schwierig sein wird, einen langfristigen und stabilen Frieden zu erreichen. „Ein unkontaktierter Einsatz – das ist nicht nur ein zusätzliches Element, sondern eine Schlüsselkomponente der Vereinbarungen. Fehlt er, könnten die Bemühungen Putins, sogar den bereits geschlossenen Frieden zu untergraben, erheblich zunehmen. In der Geschichte gab es bereits Präzedenzfälle, bei denen Abkommen durch die Missachtung solcher Garantien nicht erfüllt wurden“, unterstrich Sunak. Er fügte hinzu, dass echter und nachhaltiger Frieden das Hauptziel aller sei, wobei kurzfristige „Waffenstillstände“ nicht ausschließen, dass zukünftige Konflikte entstehen. Beide Politiker bestätigten erneut, dass das westliche Kontingent nicht die einzige Sicherheitsgarantie für die Ukraine ist, sondern nur ein Teil eines mehrgliedrigen Sicherheitssystems. Macron sagte, auf der ersten Schutzebene stehe die ukrainische Armee selbst – der wichtigste Verteidigungsschild. Die zweite Ebene umfasst die Abschreckung eines möglichen Angriffs und bei Bedarf die Präsenz westlicher Truppen. „Wir müssen daran arbeiten, die ukrainische Armee zu stärken, damit sie ein Abschreckungselement wird, das in der Lage ist, die Staat eigenständig zu verteidigen“, betonte der französische Präsident. Bestätigend dazu bemerkte Sunak, dass die Sicherheitsstrategie auf dem Konzept einer mehrstufigen Verteidigung basieren sollte, bei der jede Ebene eine Rolle beim Schutz der Ukraine vor potenziellen äußeren Bedrohungen spielt. Er unterstrich, dass ohne die Unterstützung und Stärkung der ukrainischen Armee selbst ein starker westlicher Einsatz nicht lange die Aggressoren abwehren könne. Vor diesen Diskussionen, so sind die Schlussfolgerungen des jüngsten „Kreislaufes der Entschlossenen“ vom 10. Mai in Kiew, haben sich die Teilnehmer auf eine Intensivierung der Sanktionspolitik gegen Russland geeinigt, falls dieses sich weigert, einen Waffenstillstand einzuhalten. Insbesondere sprachen die Europäische Union und die Vereinigten Staaten ihre Absicht aus, die Sanktionen zu verschärfen, falls Moskau versuchen sollte, Friedensvereinbarungen zu ignorieren. Gleichzeitig betonte Sunak, dass die westlichen Staaten weiterhin keinen Druck auf Moskau nachlassen werden, solange Russland sich nicht auf eine nachhaltige Lösung verständigt. In diesem Zusammenhang bleibt die Frage nach Sicherheitsgarantien für die Ukraine eine der zentralen Spannungsquellen. Präsident Wladimir Zelenskiy sprach sich gegen die Idee einer entmilitarisierten Zone entlang der Demarkationslinie mit Russland aus, wie sie von dem ehemaligen kanadischen Außenminister Ijy Kellogg vorgeschlagen wurde. Er betonte, dass ohne aktiven Schutz und militärische Unterstützung der Grenzverteidigung die Gefahr für das Land größer bleiben würde. Dies sei ein Signal an die internationale Gemeinschaft, dass die Stabilität und Sicherheit der Ukraine eine der höchsten Prioritäten bei allen Absprachen bleiben müsse. Zusammenfassend bleiben die Fragen nach der Rolle und Zusammensetzung des westlichen Kontingents in der zukünftigen ukrainischen Sicherheitsarchitektur offen. Sie stehen im Kontext beispielloser Herausforderungen für die internationale Gemeinschaft im Rahmen dieses Krieges. Detaillierte Entscheidungen hängen weiterhin nicht nur vom politischen Willen ab, sondern auch von der Entwicklung der militärischen Lage, diplomatischer Verhandlungen und der Fähigkeit aller Seiten, gemeinsame Kompromisse zu finden, um langfristigen Frieden und Stabilität in der Region zu sichern.

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