Ungarn reagiert ernsthaft auf den diplomatischen Skandal, der derzeit in den Beziehungen zu Ukraine an Bedeutung gewinnt

Chas Pravdy - 09 Mai 2025 16:34

Der Außenminister Ungarns, Péter Szijjártó, kündigte offiziell die Abschiebung zweier ukrainischer Diplomaten aus Budapest an, denen Spionage und Verstöße gegen die diplomatische Souveränität des Landes vorgeworfen werden. Laut dem Außenminister war diese Maßnahme eine Reaktion auf die zunehmende Welle von anti-ungarischer Propaganda und Kampagnen zur Diskreditierung der ungarischen Minderheit in der Ukraine. Seinen Worten nach zielen solche Informationsangriffe darauf ab, die guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu untergraben und die innere Lage zu destabilisieren. „Wir, die Ungarn, streben nach Frieden, wir haben alles getan, um die Spannung zu verringern. Dennoch können wir nicht weiter tatenlos zuschauen, wie man uns der Unwahrheit beschuldigt. Wir erklären entschieden: Wir haben nicht unterstützt, unterstützen nicht und werden keine Formen von Spionage seitens ukrainischer Diplomaten unterstützen“, betonte Szijjártó auf einer Pressekonferenz. Die Ankündigung, zwei ukrainische Diplomaten aus Budapest auszuweisen, erfolgte nicht zufällig. Laut dem Minister handelten diese Personen unter diplomatischem Deckmantel und sammelten Informationen, die den nationalen Interessen Ungarns schaden könnten. Sie sollen angeblich im ukrainischen Botschaftsgebäude in der Hauptstadt des Landes Operations- und Spionagetätigkeiten ausgeführt haben. Details dieser Operation begannen am 9. Mai bekannt zu werden, als die ungarische Regierung dem ukrainischen Botschafter offiziell die Entscheidung mitteilte, die genannten Mitarbeitenden auszuweisen. Nach offizieller Position stellt dies eine Antwort auf Informationen dar, die Ungarn von seinem Geheimdienst erhalten hat: Angeblich hat die Ukraine ein Netzwerk ungarischer Spione entlarvt, das in der Region Transkarpatien nahe der ungarischen Grenze tätig war. Nach Angaben des Sicherheitsdienstes der Ukraine sollen diese Agenten Spionagedaten über die Stimmung der lokalen Bevölkerung, ihre Reaktion auf das mögliche Auftreten ungarischer »Friedenstruppen« in der Region sowie andere Geheimdienstoperationen gesammelt haben. Derzeit bleibt die Situation angespannt. Szijjártó erwähnte, dass Budapest – nach seinen Worten – bislang keine offiziellen Bestätigungen oder diplomatischen Notifikationen aus Kiew über die Enttarnung des Spionagenetzwerks erhalten habe. Gleichzeitig betonte er, dass diese Aktionen Teil einer größeren Kampagne gegen Ungarn in der Ukraine seien, die er als „anti-ungarische Propaganda“ und „Discreditierungspolitik“ bezeichnete. Er selbst hob hervor, dass die ungarische Regierung fest zu ihrer Position steht: Das Land unterstützt keine militärischen Konflikte, insbesondere liefert es keine Waffen an die Ukraine und lässt sich niemals in militärische Kampagnen verwickeln. Dieser diplomatische Zwischenfall ist eine weitere Manifestation der angespannten Beziehungen, die sich vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts zwischen Ukraine und Russland verschärft haben, sowie aufgrund innenpolitischer und regionaler Besonderheiten. Die Entwicklung dieser Konfliktlinie zwischen der Ukraine und Ungarn ruft bei Experten und in diplomatischen Kreisen Besorgnis hervor, da es momentan wichtig ist, Stabilität zu wahren und eine Eskalation der Konflikte zu vermeiden. Was der nächste Schritt beider Seiten sein wird, ist derzeit ungewiss, doch unstrittig wird dieser Konflikt langfristige Folgen für die Region haben.

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