Russische Besatzer haben erneut eine Provokation in der besetzten Stadt Melitipol organisiert, indem sie eine Statue von Joseph Stalin anlässlich des Tages des Sieges im Zweiten Weltkrieg aufstellten

Dieses demonstrative Akt des Vandalismus und der Propaganda ist eine weitere Bestätigung dafür, dass die temporäre Besatzungsverwaltung im Süden der Ukraine die Geschichte umschreiben möchte, indem sie den sowjetischen Diktator als Symbol des „Sieges“ und „Heldentums“ des sowjetischen Volkes verherrlicht. Laut Quellen, insbesondere von der Webseite der Kommunistischen Partei Russlands, erschien diese Statue vor dem Tag des Sieges — dem 9. Mai. Auf ihrer Granitoberfläche ist eine Tafel befestigt mit folgendem Text: „Dem Organisator und Inspirator des Sieges des sowjetischen Volkes über die deutsch-faschistischen Besatzer, Generalissimus der Sowjetunion Joseph Wissarionowitsch Stalin von dankbaren Nachkommen.“ Dieser Schriftzug lässt keinen Zweifel daran, dass selbst unter den heutigen Umständen die russischen Propagandisten versuchen, das Bild Stalins zu rehabilitieren, das in der Gesellschaft nach wie vor kontrovers ist wegen seiner Rolle in den tragischen Ereignissen in der Ukraine und weltweit. Bei den Feierlichkeiten, die mit der Einweihung des Denkmals einhergingen, sprach ein Vertreter der russischen Besatzungskräfte — der „Abgeordnete“ Oleg Slyusarенко, der die Bedeutung der „Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit“ und des „Gedenkens“ an den „großen Sieg“ betonte. Zudem nahmen lokale Schüler an der Zeremonie teil — sie legten Blumen am Fuß der Statue nieder, was ihre vermutlich unter Kontrolle der Regierung stehende „Interpretation“ der Geschichte demonstriert. Es ist auch wichtig zu erwähnen, dass dieses Denkmal mit Genehmigung der „Stadtratsverwaltung“ von Melitipol aufgestellt wurde, die derzeit von russischen Streitkräften kontrolliert wird. Dies bestätigt einmal mehr, dass die Besatzungsbehörden versuchen, den Eindruck der „Bewahrung der Traditionen“ und des „Respekts vor der Geschichte“ zu erwecken, in Wahrheit jedoch den historischen Rückblick offen für Propagandazwecke revidieren. Es ist zu beachten, dass die sowjetische Epoche der Geschichte, insbesondere die Zeit unter Joseph Stalin, eines der skandalösesten Themen für die Ukraine bleibt. Seine Aktivitäten werden vor allem mit dem Holodomor — jenem großangelegten Völkermord an der ukrainischen Bevölkerung, der in den Jahren 1932–1933 Millionen von Menschenleben forderte — in Verbindung gebracht. Nach sowjetischer Ideologie wurden diese Zeiten als eine „Periode des Aufbaus des Sozialismus“ erklärt, doch in der modernen ukrainischen Historiografie und Gesellschaft wird dieser Abschnitt aufgrund der Massenrepressionen, der humanitären und wirtschaftlichen Katastrophen sowie der tragischen Ereignisse für das ukrainische Volk kritisch reinterpretiert. Die Aufstellung des Stalin-Denkmals in Melitipol ist nicht nur ein Akt der historischen Revision, sondern auch ein klares Signal dafür, wie die russische Propaganda versucht, die ukrainische Vergangenheit umzuschreiben, indem sie Symbole der sowjetischen Ära verstärkt. Dies löst bei der Öffentlichkeit große Besorgnis aus: Für die meisten Ukrainer ist Stalin vor allem mit Terror, Holodomor und Repressionen verbunden, nicht mit Heldentum. Derzeit rufen ukrainische Behörden, zivilgesellschaftliche Akteure und Historiker zu einer strengen Bewertung dieses Aktes auf und betonen, dass die Bewahrung und Verbreitung solcher Denkmäler nicht nur ein Versuch sind, den Diktator zu rehabilitieren, sondern auch ein Mittel im Informationskrieg, den Russland gegen die ukrainische Unabhängigkeit und nationale Würde führt. Es ist offensichtlich, dass dieses Denkmal auch ein weiterer Protest und eine Erinnerung daran ist, dass die Geschichte der Ukraine und ihr Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung klar von sowjetischen Mythen und Propaganda abgegrenzt werden müssen. Insgesamt bestätigt die Aktion zur Errichtung des Stalin-Denkmals in Melitipol erneut die verzweifelten Bemühungen der russischen Besatzungskräfte, die Kontrolle über die Geschichte und das Bewusstsein der Bewohner der vorübergehend besetzten Gebiete aufrechtzuerhalten, und erinnert alle daran, dass der Kampf um die historische Wahrheit weitergeht und äußerst wichtig ist für den Erhalt der ukrainischen Identität.