Öffentliches Fest in der Innenstadt Kiews hat eine breite Resonanz bei Sicherheitsbehörden, Wirtschaft und Öffentlichkeit ausgelöst

Chas Pravdy - 09 Mai 2025 17:47

Die Geheimdienste und Vertreter der kriminellen Welt gerieten erneut in den Blick, nachdem bekannt wurde, dass am 1. März in einem der renommiertesten Restaurants der ukrainischen Hauptstadt ein geheimes Treffen stattfand. Laut Quellen fand bei dieser Feier der Geburtstag von Konstantin Kolomijt︠s︡ — eines Geschäftsmanns und Miteigentümers des Sportklubs "Dynamo", eines aktiven Akteurs der Kiewer Wirtschaftsszene — statt. Allerdings zog vor allem nicht nur seine Persönlichkeit die Aufmerksamkeit auf sich, sondern auch die Zusammensetzung der Teilnehmer, darunter hochrangige Offiziere der ukrainischen Geheimdienste sowie Personen mit krimineller Vergangenheit. Insbesondere wurde im Restaurant der Leiter des Hauptverwaltung gegen die Verteidigung der Staatsinteressen im Bereich der Wirtschaftssicherheit des SBU — Anatolij Loif — gesichtet. Diese Person bekleidet diese Position seit 2024 und wurde durch ihre Rolle beim Schutz der Staatsinteressen gegen wirtschaftliche Bedrohungen bekannt. Allerdings ist die Öffentlichkeit besonders auf den Fakt aufmerksam geworden, dass nach seiner Ernennung die Geheimdienste vermehrt auf groß angelegte Korruptionsschemata und kriminelle Strukturen fokussiert haben. Auch nahm am Fest Ilja Witajuk teil, der ehemalige Leiter der Abteilung für Gegenaufklärung zum Schutz der Staatsinteressen im Bereich der Informationssicherheit. Es ist erwähnenswert, dass Witajuk 2024 aus seinem Amt ausgeschieden ist, aber laut Quellen weiterhin im Kreis einflussreicher Personen in den Sicherheitsstrukturen verbleibt. Nicht fehlen durften auch bestimmte kriminelle Persönlichkeiten: Im Restaurant wurde Sergej Oliynyk, bekannt in der kriminellen Welt unter dem Spitznamen "Umka", gesichtet. 2021 wurde er durch Sanktionen des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates (NSDC) belegt — damals wurden diese Beschränkungen gegen über 150 "Relationen im Gesetz" eingeführt. Ebenso war unter den Anwesenden Danylo Privalov, Sohn des verstorbenen Kharkiver Bürgermeisters Gennadiy Kernes, bekannt im IT-Geschäft und mehrfach im kriminellen Milieu aufgeführt. Ebenfalls war Samvel Akobyian anwesend, eine bekannte Figur in der Wirtschaftskreisen, aktiv zusammen mit Privalov in verschiedenen Bereichen, was zusätzliche Interessen an den politischen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen diesen Personen weckt. Einen weiteren Teilnehmer stellte der ehemalige Erste Stellvertretende Direktor des Nationalen Antikorruptionsagenturs — Gizo Uglava — dar. Laut Quellen hat er enge Verbindungen zur höchsten Führung des Landes sowie, insbesondere, zum Team des Präsidialbüros. Darüber hinaus erschien bei dem Fest Leonid Ashkenazi — einer der einflussreichsten Geschäftsleute der Hauptstadt. Ein weiterer Akteur ist Gizo Uglava, der nach den im Jahr 2024 verabschiedeten Entscheidungen zur Überprüfung seiner Aktivitäten im Zusammenhang mit journalistischen Recherchen gelitten hat. Damals wurde der Beamte aufgrund von Verdachtsmomenten der Beteiligung an Korruptionsschemata von seinen Pflichten entbunden. Natürlich blieben die Vertreter der Sicherheitsstrukturen auf Anfragen der Medien unbeeinformt. Anatolij Loif, Ilja Witajuk und Artem Schilo — alle weigerten sich, zu diesem Ereignis Stellung zu nehmen. Es ist erwähnenswert, dass nach seinem Rücktritt von der Position bei der SBU Ilja Witajuk in der Kreisen einflussreicher Persönlichkeiten verblieb und weiterhin Kontakte zu Kollegen und Geschäftsnetzwerken pflegt. Nach Informationen taucht sein Name weiterhin in komplexen operativen Fällen auf, die sich direkt auf die wirtschaftliche Sicherheit des Staates beziehen. Die Vorgeschichte des Ereignisses zeigt zudem ein tiefes und vielschichtiges Netzwerk von Verbindungen. Laut Daten koordiniert Oleg Tatarov, Stellvertreter des Leiters des Präsidialbüros, angeblich die Arbeit der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Korruption und Kriminalität. In diesem System, so Quellen, besteht auch Einfluss auf einzelne dienstliche Entscheidungen, was diese Geschichte noch komplizierter für Verständnis und Analyse macht. Außerdem sei erwähnt, dass die Firma "Parimatch" im Jahr 2023 offiziell bekanntgab, ihre Aktivitäten aufgrund der gegen sie erhobenen Sanktionen des NSDC einzustellen. Obwohl der Wettanbieter auf amtlicher Ebene den Betrieb eingestellt hat, versichern Geschäftsvertreter, dass ihre Dienste auf Schattenwegen weiterlaufen, und die Tätigkeit des Unternehmens teilweise unter dem Vorwand ausländischer Klonseiten und der Nutzung offshore-Strukturen wieder aufgenommen wird. All dies führt zu wachsendem Interesse an den Verbindungen zwischen Wirtschaft, Regierung und Kriminalität, da dieselben Personen weiterhin in informelle Kanäle und Schattengeschäfte involviert sind, auch während großer Ermittlungen und Sanktionen. Insgesamt zeigt diese Geschichte erneut die tiefe Korruptions- und Kriminalitätskomponente der modernen ukrainischen Realität, in der hochrangige Beamte und kriminelle Strukturen häufig aufeinandertreffen und sogar koexistieren, innerhalb geschlossener Kreise und außerhalb der öffentlichen Aufmerksamkeit und Medien. Gleichzeitig bleibt die offene Bekämpfung dieser Phänomene offen, da die Aufarbeitung und tatsächliche Veränderungen sehr unsichtbar und für die breite Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar verlaufen.

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