Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz wird am Freitag eine wichtige diplomatische Reise nach Brüssel unternehmen, bei der er eine Reihe von Treffen mit hochrangigen Vertretern der Europäische Union und der NATO plant

Chas Pravdy - 09 Mai 2025 11:38

Dies ist seine erste Auslandsreise seit seinem Amtsantritt Anfang dieser Woche und hat eine außergewöhnliche Bedeutung für die weitere Entwicklung der europäischen Politik und Sicherheitsstrategie. Laut einer Meldung der deutschen Agentur DPA wird Merz während seines Besuchs mit mehreren Schlüsselpersonen zusammentreffen – unter anderem mit der NATO-Generalsekretärin Jen Stoltenberg, der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, dem Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel und der Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola. Ziel dieser Treffen ist es, den Wunsch Berlins zu zeigen, eine enge und gemeinsame Zusammenarbeit mit allen Strukturen der Europäischen Union und des Bündnisses aufzubauen, insbesondere im Hinblick auf entscheidende sicherheitspolitische Ereignisse. Nach den ersten Schritten in Paris und Warschau, die am Mittwoch stattfanden und seine ersten offiziellen Auslandsreisen im Rahmen seiner Kanzlerschaft waren, rief Merz dazu auf, die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern zu verstärken und die europäische Souveränität neu zu definieren. In einer Zeit, in der sich die Weltpolitik unter dem Druck äußerer Herausforderungen und globaler Veränderungen in der Sicherheitslage wandelt, formulierte er seine Position hinsichtlich der Notwendigkeit, ein unabhängigeres und vereintes Europa zu schaffen. Insbesondere betonte der Politiker die Wichtigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit Frankreich und Polen, um gemeinsam der russischen Aggression entgegenzuwirken und die kollektive Verteidigung zu stärken. Außerdem äußerte er die Absicht, die Aufmerksamkeit wieder auf Fragen der europäischen Souveränität zu lenken, insbesondere im Hinblick auf die Veränderungen in der Außenpolitik der USA, die zunehmend auf nationale Interessen fokussieren und sich vom Einigungsprozess in der EU und NATO unter der Präsidentschaft Donald Trumps entfernen. Die Gespräche mit Vertretern der NATO werden ebenfalls eine bedeutende politische und strategische Dimension haben. Das Hauptthema der Sitzungen ist der Krieg in der Ukraine und die Vorbereitung des Bündnisses auf mögliche Bedrohungen seitens Russlands. Es wird erwartet, dass die Diskussionen auf die Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten und die Koordinierung einheitlicher Maßnahmen im Umgang mit internen und externen Sicherheitsherausforderungen konzentriert sein werden. Der Besuch Merzs erfolgt vor dem Hintergrund des kommenden NATO-Gipfels in Den Haag, der für den nächsten Monat geplant ist. Es wird der erste Gipfel des Bündnisses nach der Rückkehr Donald Trumps ins Amt des US-Präsidenten im Januar. Bei diesem Treffen sollen die teilnehmenden Länder ihre Unterstützung für die kollektive Verteidigung bekräftigen und wichtige Fragen zur Verstärkung der Verteidigungskapazitäten sowie zur Entwicklung gemeinsamer Strategien gegen Aggressionen besprechen. Darüber hinaus hat Merz im Rahmen seiner diplomatischen Kontakte bereits am 8. Mai ein kurzes Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Zelensky geführt. Dabei verständigten sie sich darauf, künftig eng bei sicherheits- und politischen Fragen zusammenzuarbeiten sowie mehrere wichtige Initiativen umzusetzen. Merz kündigte seinerseits an, in Kürze nach Kiew zu reisen, was als Symbol der Unterstützung für die Ukraine in schwierigen Zeiten und als Ausdruck europäischer Solidarität im Kampf gegen die russische Aggression gilt. Es wird erwartet, dass diese diplomatischen Schritte und die geplanten Treffen einen neuen Impuls für die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union, der NATO und der Ukraine geben und die gemeinsame Strategie im Umgang mit externen Bedrohungen stärken. Mit seiner strategischen Aktivität will Merz nicht nur die Position Deutschlands als wichtigen Akteur in der europapolitischen Landschaft festigen, sondern auch die Bedeutung gemeinsamer Reaktionen auf die aktuellen weltweiten Sicherheitsherausforderungen in der neuen politischen Realität unterstreichen.

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