Die britische Geheimdienst hat eine eingehende Erklärung zu den Motiven gegeben, die Wladimir Putin dazu veranlassen, eine unversöhnliche Rhetorik um Atomwaffen zu führen, trotz des offenen militärischen Konflikts mit der Ukraine

Chas Pravdy - 08 Mai 2025 21:38

In seinem jährlichen Bericht, der am 8. Mai veröffentlicht wurde, analysierte das britische Verteidigungsministerium die jüngsten Äußerungen des russischen Führers im Detail und zog Schluss, dass Putins Aussagen über das „Nicht-Einsetzen“ von Atomwaffen eine tiefere strategische Grundlage haben. Laut dieser Übersicht ist eindeutig, dass solche Äußerungen Teil einer lang etablierten Taktik der russischen Führung sind — die Verwendung von atomarer Rhetorik, um psychologischen Druck auszuüben, Verwirrung in der internationalen Gemeinschaft zu stiften und gleichzeitig das gesellschaftliche Verhalten in Russland intern zu manipulieren. Es ist bekannt, dass Putin am 4. Mai die Meinung äußerte, dass Russland während des gesamten groß angelegten Krieges gegen die Ukraine „nicht gebraucht“ habe, Atomwaffen einzusetzen, und er hofft, dass dies auch nicht notwendig sein werde. Nach Ansicht britischer Analysten haben solche Aussagen nicht nur symbolischen, sondern auch durchaus praktischen Hintergrund — sie zielen darauf ab, die Spannung hoch zu halten und die Welt im Ungewissen zu lassen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verstärkung der Botschaft, dass Russland „allein gegen den kollektiven Westen steht“, was Teil einer neuen, aggressiveren Rhetorik wird, die sich allmählich vom ursprünglichen Narrativ einer „Spezialoperation“ entfernt. Im Gegensatz zu den anfänglichen Formulierungen, die den Krieg als temporären und lokalen Konflikt darstellten, wird in der russischen Propaganda jetzt eine Idee eines globalen Kampfes breit etabliert, die das gegenteilige Ziel hat — den langen Krieg und die wachsenden Verluste zu rechtfertigen. Analysten bemerken, dass diese Rhetorik höchstwahrscheinlich dazu dient, den langwierigen Charakter des Krieges zu rechtfertigen, eine ideologische Rechtfertigung für eine effektive Fortsetzung der Kampfhandlungen zu festigen und die Moral des Gegners zu senken. Ihrer Meinung nach kann es sich auch um eine gezielte Maßnahme handeln — die russische Bevölkerung davon zu überzeugen, dass der Krieg lange andauern wird und dass sie auf Verluste und Krisen im Alltag vorbereitet sein müssen, einschließlich eines Rückgangs des Lebensstandards. Im genannten Kontext spielen Innenpolitik sowie Angst und mögliche Anwendung von Atomwaffen eine Rolle als Mittel psychologischen Drucks sowohl nach außen als auch nach innen. Bereits zuvor hatten britische Geheimdienste vor einem möglichen Anstieg der russischen Verluste bis 2025 gewarnt. Es wurden insbesondere Risiken erwähnt, die mit einer erheblichen Absenkung der Ölpreise verbunden sind, was die finanzielle Stabilität des Landes und das Budget für das kommende Jahr gefährden könnte. Dies erschwert die Finanzierung des Krieges erheblich und kann die Fähigkeit Russlands untergraben, hohe Verteidigungsausgaben aufrechtzuerhalten und militärische Mobilmachung zu betreiben. Das Resümee britischer Analysten legt nahe, dass trotz externer Versuche, die feindliche Rhetorik einzudämmen, Putin und sein Team weiterhin die Sprache der Atomwaffen als psychologisches Druckmittel verwenden, die potenziell jederzeit eingesetzt werden könnte. Gleichzeitig zeigen Innenpolitik und der wirtschaftliche Zustand des Landes erneut detailliert, dass die russische Führung auf einen langen und erschöpfenden Krieg vorbereitet ist, höchstwahrscheinlich mit hohen menschlichen und materiellen Verlusten. Tatächlich schafft diese Strategie einen einzigartigen psychologischen Raum, in dem jeder Einsatz von Atomwaffen wiederum eine potenzielle Option bleibt, die bei äußerster Not aktiviert werden kann. Insgesamt fassen die britischen Analysten zusammen, dass Putins Rhetorik weiterhin ein Instrument der inneren und äußeren Politik bleibt, um die Dauer des Konflikts zu rechtfertigen, die russischen Verluste zu erhöhen und das psychologische und patriotische Innere zu vorbereiten und zu festigen. Es ist offensichtlich, dass die Idee von Atomwaffen nach wie vor ein strategisches Ass ist, das Russland aus dem Ärmel ziehen kann, um die Welt im Schrecken zu halten und gleichzeitig die innere Front auf einem Niveau der Mobilisierung und des Rückgangs des Lebensstandards zu halten.

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