Der Präsident Deutschlands äußerte sich scharf gegen die neuesten Narrative Moskaus zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs und betonte, dass die offizielle Rhetorik Russlands die Vergangenheit verzerrt und „historische Lügen“ verbreitet

Chas Pravdy - 08 Mai 2025 19:33

In seiner Rede im Bundestag zum 80. Jahrestag des Sieges über den Nationalsozialismus verurteilte Frank-Walter Steinmeier scharf die Politik Kremls und bezeichnete sie als Versuch, die Geschichte umzuschreiben und die derzeitige Aggression gegen die Ukraine zu rechtfertigen. Der deutsche Staatsoberhaupt betonte bei seiner traditionellen Ansprache zum Gedenken an den Sieg über den Nationalsozialismus, dass die zynische Rhetorik, die derzeit vom Kreml verbreitet wird, keinerlei Übereinstimmung mit der historischen Wahrheit habe. Russland versuche, die Logik und die historischen Ereignisse zu verdrehen und behauptet, dass sein Krieg in der Ukraine eine Fortsetzung des Kampfes gegen faschistische Tyrannei sei, den die Mitgliedsstaaten der Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg geführt hätten. „Der Angriffskriege Putins, sein Vorgehen gegen ein Land, das auf den Prinzipien von Demokratie und Freiheit lebt, hat nichts mit dem Kampf zu tun, den Europa im Zweiten Weltkrieg gegen das Nazi-Regime geführt hat“, betonte der deutsche Präsident. Er rief zu einer objektiven und ehrlichen Betrachtung der historischen Ereignisse auf und wies darauf hin, dass die aktuelle Aggression Russlands eher Ausdruck eines neuen Krieges um imperiale Ambitionen sei, und kein logischer Fortgang des Kampfes gegen den Nationalsozialismus. Frank-Walter Steinmeier forderte auch eine kritische Haltung gegenüber internationalen politischen Kräften, die in ihrer Innen- und Außenpolitik die Verantwortung für die Vergangenheit ablehnen. Dabei nannte er den früheren US-Präsidenten Donald Trump nicht direkt beim Namen, deutete jedoch an, dass die USA als Land, das den Verlauf der Weltgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich prägte, derzeit Anzeichen einer offenen Ablehnung zentraler Werte der internationalen Gemeinschaft zeigen. „Staaten, die kürzlich aktiv die Weltordnung geformt haben und in diesem Prozess eine entscheidende Rolle spielten, entfernen sich jetzt davon, und dieser Schritt ist ein Schock von Größenordnungen, die zuvor undenkbar schienen“, so Steinmeier. Diese Äußerung wurde Teil einer breiteren Diskussion im europäischen politischen Raum über die aktuelle Konfrontation mit Russland und die Bewahrung des historischen Gedächtnisses an den Zweiten Weltkrieg. Einige Tage zuvor veröffentlichten eine gemeinsame Kolumne eine Gruppe von Außenministern aus den baltischen Ländern, Polen, Tschechien, Moldawien und der Ukraine, in der betont wurde, dass die Szenarien eines Endes des russisch-ukrainischen Krieges nicht zu Kompromissen bei militärischer Aggression führen dürfen, sondern auf den Prinzipien der internationalen Sicherheit und der Wahrhaftigkeit der Geschichte basieren sollten. Sie warnen davor, dass jede Missachtung der wirklichen Ursachen und Folgen dieses Krieges katastrophale Konsequenzen für Europa und die Welt haben könnte. Der britische Premierminister Rishi Sunak bestätigte seinerseits, dass die Ereignisse in der Ukraine nicht nur den politischen Kontext verändern, sondern auch das Verständnis historischer Ereignisse in Frage stellen. Seinen Worten nach ist die russische Invasion kein bloßer Vorfall in der Gegenwartsgeschichte, sondern ein Zeichen dafür, dass die Lehren des Zweiten Weltkriegs noch immer nicht ausreichend verinnerlicht wurden und relevant bleiben. Sunak warnte die internationale Gemeinschaft davor, dass das Ignorieren dieser Lektionen schwerwiegende Folgen für die globale Sicherheit haben könnte, und betonte, dass das kollektive Gedächtnis eine Voraussetzung dafür sei, neuen Formen des Imperialismus und der Aggression entgegenzuwirken.

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