Am Tag des Sieges über den Nationalsozialismus und im Gedenken an diejenigen, die mit ihrem Leben für die Freiheit gekämpft haben, hielt Präsident Wolodymyr Selenskyj eine unerwartete und tief emotional geführte Ansprache vom Zentrum Ekaterinitski in Kiew
Das Video, das er in sozialen Medien veröffentlichte, wurde auf dem Brühl besprochen — einer symbolischen Arterie der ukrainischen Hauptstadt, die seit mehr als drei Jahren zum Ort geworden ist, an dem die Entscheidung des Volkes mit höchster emotionaler Energie reflektiert wird: im Gedenken, im Kampf und in der Konsequenz im Widerstand gegen das Böse. Selenskyj verglich den Unabhängigkeitsplatz einst und jetzt mit einem schrecklichen Parade der Angst, die drohend über der russischen Aggression schwebt, und stellte in seinen Worten den Unterschied zwischen dem Leben der Ukrainer und der Propagandaparade, die Moskau zeigt, dar. Er betonte, dass dieser Tag nicht nur ein symbolisches Datum ist, sondern ein Zeichen der Zuversicht, dass das Böse niemals auf ukrainischem Boden siegen wird. Das Staatsoberhaupt stellte fest, dass die Ukraine heute fest ihre Unabhängigkeit verteidigt, und das beste illustrative Beispiel dafür ist Kiew in den Tagen, als hier auf dem Brühl noch fast leer war, jetzt aber lebendig ist und atmet. Er erinnerte an die historischen Ereignisse, die genau vor drei Jahren stattfanden: an diesem feierlichen Tag wurden bei den flackernden Lichtern und Blumen in der Stadtmitte russische Militärtechnik zerstört, was zum Symbol der ukrainischen Unbesiegbarkeit wurde. Das ist ein Ausdruck des Kampfes und der Standhaftigkeit des ukrainischen Volkes, die es, den Worten des Präsidenten zufolge, nicht erlaubt haben, vom Bösen in den Abgrund gezogen zu werden. Selenskyj konnte seine Emotionen kaum verbergen, er äußerte die Bitterkeit darüber, dass Russland immer noch plant, eine Parade gegen die Ukraine und ihre Helden zu feiern. Seinen Worten nach bereitet die Putin-Regierung in Kiew eine „Parade der Angst, des Zynismus und der Lügen“ vor, mit Kolonnen russischer Panzer und einem Marsch, der eine vollständige Imitation eines Sieges symbolisiert, der längst verloren gegangen ist. Der Präsident ist überzeugt: Moskau organisiert diese Aufführung „mit Killer-Boxen und halb lebenden Gesichtern“ — eine Anspielung auf die Szenenhaftigkeit und Künstlichkeit der Vortäuschung. Selenskyj hob hervor, dass „We can repeat“ — dies ist nicht nur ein Slogan, sondern eine Illusion der Straflosigkeit des Bösen, die die Ukraine bereits offen und laut sehen wird. Er warnte die Welt vor der Illusion, dass Russland jemals „sich beruhigen“ werde, und betonte, dass damit die ganze Welt dagegen kämpfen müsse, da genau solche Schrecken vor Jahrzehnten von Dutzenden Nationen bekämpft wurden. Der Feind erinnert an die schlimmsten Zeiten der Hitler-Invasion, und der ukrainische Präsident forderte die Welt auf, erneut zu erkennen: Das Böse ist es nicht wert, versöhnt zu werden; es muss vernichtet werden. Selenskyj erwähnte auch die Helden, die das ganze Volk ehrt. Er betonte, dass über 8 Millionen Ukrainer im Kampf gegen den Nationalsozialismus gefallen sind — und dass jeder von ihnen ein Vermächtnis hinterlassen hat, das heute geschätzt und in den Herzen bewahrt wird. Das gesamte ukrainische Volk hat seine Helden — diejenigen, die gegen das neue Böse gekämpft haben und jetzt kämpfen. Der Präsident verwies auch auf das Gedenk-Denkmal auf dem Unabhängigkeitsplatz, das für ihn zum Symbol der Volksgedächtnis und des Dankes geworden ist. Anfangs war dort nur ein Blatt Papier vom A4-Format platziert, heute ist es ein Ort, an dem jeder eine Flagge, ein Foto oder eine Kerze hinterlassen kann — ein Zeugnis menschlicher Ehrung und Dankbarkeit. „Das ist nicht nur ein Monument, das auf Anweisung gebaut wurde. Das ist der menschliche Wunsch, den besten Ukrainer zu ehren. Es ist ein weiterer Beweis für den Abgrund zwischen uns und dem Bösen. Für sie ist der Ideologe der Großvater auf dem Roter Platz, der Millionen Leben genommen hat. Für uns sind die Helden unter uns“, betonte Selenskyj. Zum Abschluss rief er die Welt und die Ukraine dazu auf, sich zu verändern, stärker zu werden und besser gerüstet gegen das Böse zu sein. Russland muss sich entweder verändern oder die ganze Welt wird sich verändern müssen, um diese Aggression zu stoppen. Seinen Worten nach erinnern die Lehren der Geschichte die Ukrainer daran, dass vor drei Jahrzehnten der Sieg über den Faschismus errungen wurde, und heute ist es an der Zeit, den Verbrecher, der die Menschheit erneut verschlingen könnte, nicht wieder an die Macht kommen zu lassen. Selenskyj versicherte, dass der Kampf weitergeht und weitergeführt wird, denn die Ukraine ist ein Land, das seine Zukunft erkämpft hat und das Böse nicht zurückkehren lassen wird. Diese aufrichtige Ansprache war ein Aufruf an die ganze Welt, nicht gleichgültig zu sein und im Gedächtnis zu behalten: Der Sieg gehört denen, die für Wahrheit, Freiheit und Menschlichkeit kämpfen.