Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist innerlich empört über die Entscheidung der EU-Länder, Flüge für die serbischen und slowakischen Führungspersönlichkeiten zu verbieten, die an den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in Moskau teilnehmen wollten

Dieser Schritt hat in Moskau erheblichen Unmut ausgelöst, da Lawrow auf Doppelstandards hinweist und die Zweideutigkeit einer solchen Politik seitens der baltischen Staaten betont. Laut Angaben der russischen Agentur TASS, unter Berufung auf eine Quelle bei „Europa schriftlich“, äußerte der russische Minister zu dieser Entscheidung seine Position und erklärte, dass er „die Regeln des Fernsehens und der Zensur beachtet“ und seine persönlichen Meinungen dazu nicht öffentlich kommentieren werde. Zugleich betonte er: „Natürlich ist das eine Schande.“ Trotzdem vermied Lawrow eine direkte Verurteilung, möglicherweise um noch größere Spannungen zu vermeiden. Aufgrund dieser Situation wächst auch der diplomatische Konflikt. Zuvor bezeichnete die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zacharowa, das Verbot als „uncivilisierte Methoden“ und warf den baltischen Ländern vor, „Vorposten der Russophobie“ zu sein. Ihre Äußerungen sind eine Fortsetzung der Informationskampagne Moskaus bezüglich internationaler Isolierung und der Politik der Blockierung russischer politischer und kultureller Ziele. Besonders wichtig an diesem Ereignis ist, dass der slowakische Premier Robert Fico und der serbische Präsident Aleksandar Vučić die einzigen europäischen Führer sein werden, die eine Einladung zur Teilnahme an der Parade anlässlich des 78. Jahrestages des Sieges in Moskau erhalten haben. Vučić ist bereits in die russische Hauptstadt eingereist, wenn auch mit Verzögerung – aufgrund der Luftalarmlage in Russland musste er in Baku zwischenlanden. Dies unterstreicht die Spannungen in den Beziehungen zwischen der EU und diesen Ländern, die zu den wenigen gehören, die nach wie vor offen traditionelle Verbindungen zu Moskau pflegen. Zum slowakischen Premierminister Robert Fico berichtete dieser, dass Versuche unternommen wurden, seinen geplanten Besuch zu verhindern, nachdem die estnische Seite das Verbot seines Flugs durch Luftraum des Landes bestätigt hatte. Fico bestätigte, dass seine Flüge einige Schwierigkeiten verursacht haben, aber er äußerte auch, dass seine Teilnahme an der Parade auf dem Roten Platz derzeit zweifelhaft bleibt. Im offiziellen Programm seines Moskau-Besuchs gibt es keinen Hinweis auf seine Anwesenheit bei der Zeremonie, was auf eine mögliche Absage oder Verschiebung der geplanten Termine hindeutet. Diese Situation unterstreicht erneut die Spannungen in den internationalen Beziehungen im Zusammenhang mit Flügen und diplomatischen Aktivitäten im Gedenken an militärische Siege, und wirft Fragen hinsichtlich der zukünftigen Zusammenarbeit Russlands mit Europa und den baltischen Staaten im Bereich Außenpolitik und Sicherheit auf.