Лettische Geheimdienste haben einen bedeutenden Anstieg provocativer Handlungen und Überwachung der militärischen Aktivitäten der NATO durch Russland im Ostseeraum festgestellt

Chas Pravdy - 06 Mai 2025 10:34

Laut den Geheimdienstinformationen hat Kreml seine Spionageoperationen verstärkt und zeigt aggressive Verhaltensweisen in der Nähe der lettischen Grenzen, was besorgniserregende Signale für die Sicherheit der Region sendet. In seinem jährlichen Bericht legte der Lettische Militärnachrichtendienst (MIDD) eine detaillierte Situationsanalyse vor und betonte, dass Russland verschiedene provokative Taktiken anwendet, um seine Ziele zu erreichen. Die Hauptmerkmale der zunehmenden Risiken sind unbeaufsichtigte Verletzungen des Luftraums, freche Annäherungen an Marineschiffe und Flugzeuge der NATO sowie eine deutliche Zunahme von Demonstrationen von Macht im Ostseeraum. Ziel dieser Aktionen ist wahrscheinlich psychischer Druck auf regionale Partner und das Testen der Verteidigungsreaktionen des Bündnisses. Nach Einschätzung von Experten des MIDD können diese Provokationen sowohl Einschüchterungen dienen als auch dazu, Situationen zu schaffen, die potenziell zu unbeabsichtigten Sicherheitsverschärfungen führen könnten. Der Bericht stellt fest, dass Kreml diese Maßnahmen nicht nur zur Demonstration eigener Stärke nutzt, sondern auch, um die Länder und Verbündeten der Region, deren Verteidigungsmöglichkeiten und Bereitschaft zur Reaktion auf Bedrohungen zu diskreditieren. Dies ist Teil einer breiteren Strategie – die Grenzen der Reaktionsfähigkeit auszuloten und Informationen über Schwachstellen im Verteidigungssystem zu gewinnen. Zur Veränderung der Struktur der Russischen Streitkräfte: Im Jahr 2024 wurde im Zuge einer Reform eine Umverteilung der Militärbezirke vorgenommen. Das Westliche Militärbezirk, das traditionell an Lettland und andere baltische Länder grenzt, wurde aufgelöst und daraus entstanden zwei neue – der Leningrader und der Moskauer Militärbezirk. Experten bewerten dies als Reaktion Russlands auf eine mögliche Verstärkung der regionalen Sicherheit im Zusammenhang mit dem NATO-Beitritt von Finnland und Schweden. Gleichzeitig wird nicht ausgeschlossen, dass im Kontext eines langwierigen Krieges in der Ukraine die russischen Streitkräfte sich auf die Konsolidierung bestehender Positionen und die Stabilisierung interner Ressourcen konzentrieren. Insbesondere wird in Karjula ein neuer Armeekorps aufgebaut, während zwei Motorisierungs- und Panzerbrigaden, die zur 6. Allgemeinen Armee gehören und sich am nächsten an der lettischen Grenze befinden, in Divisionen umgewandelt werden sollen. Ähnlich bereitet sich die Marineinfanteriebrigade der Балтийский флот (Baltiiskij flot) im Kaliningrader Gebiet auf eine Reorganisation in eine Division vor. Der Bericht hebt hervor, dass diese Änderungen die Mobilität und Kampfbereitschaft der Truppen erhöhen sollen, gleichzeitig bleiben die derzeitigen Ressourcen Russlands jedoch begrenzt – der Großteil der Streitkräfte und Technik konzentriert sich weiterhin auf den Krieg in der Ukraine. Dies beschleunigt die Begrenzung strategischer und operativ-taktischer Übungen, was wahrscheinlich auf den Mangel an Personal und militärischer Technik nach lang andauernden Konflikten zurückzuführen ist. Zusätzlich plant Russland 2025 gemeinsam mit Belarus groß angelegte strategische Übungen namens "Zachod-2025" (Weste-2025), die laut vorliegenden Informationen vor allem auf belarussischem Gebiet stattfinden werden. Das geographische Ausmaß und die Dauer dieser Übungen werden jedoch weitgehend von der Entwicklung der Kriegssituation in der Ukraine abhängen, warnen Experten. Der Überwachungsdienst stellt fest, dass die russischen militärischen Ressourcen auf der gegenwärtigen Stufe keine groß angelegten zusätzlichen Landoperationen strategischer Ebene zulassen. Dies ist ein bedeutendes Signal für regionale Partner und Verteidigungsleitstellen in den baltischen Ländern sowie in ganz Europa. Fachleute warnen gleichzeitig, dass Moskau seine militärische Aktivität an anderen Stellen der Grenze zu Europa aktiv erhöht, was in Zukunft Befürchtungen einer Eskalation schürt. All diese Entwicklungen tragen dazu bei, die Sorgen in den baltischen Staaten und anderen Nachbarländern zu vertiefen, in denen die Militäraktivität Russlands im Zusammenhang mit seinen strategischen Ambitionen zunimmt. Die meisten Experten und Regierungen äußern bereits Besorgnis, dass die Kreml-Anstrengungen nicht nur der Demonstration von Macht im Ostseeraum dienen, sondern auch der Vorbereitung auf mögliche neue Aggressionsszenarien, die die Stabilität und Sicherheit der gesamten Region bedrohen könnten.

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