In den USA wurden neue Einflussmöglichkeiten auf Russland durch die ukrainischen Bodenschätze eröffnet: Was verbirgt das Finanzministerium von Washington

Chas Pravdy - 06 Mai 2025 08:37

Im Lichte der letzten Äußerungen und diplomatischen Kommunikationen aus Washington wurden erneut Stimmen bezüglich der Zukunft der ukrainisch-amerikanischen Beziehungen und des Potenzials zur Nutzung der natürlichen Ressourcen der Ukraine als Druckmittel gegen Kreml laut. Der US-Finanzminister Scott Bessent äußerte auf einer renommierten Konferenz des Milkman-Instituts in Los Angeles Insider-Details zu den Absichten der Donald-Trump-Administration, eine Vereinbarung über die Bodenschätze mit der Ukraine für strategische Zwecke gegen Russland einzusetzen. Laut Bessent sah Präsident Trump von Anfang an die Idee, eine Vereinbarung über die Nutzung ukrainischer Mineralressourcen abzuschließen, als Mittel, seine Position bei Verhandlungen mit dem Kreml zu stärken. Der Finanzminister betonte, dass dieses Dokument „ein zusätzliches Druckmittel“ gegenüber der russischen Führung werden könne und auch neue Möglichkeiten für die USA im diplomatischen Spiel mit Russland eröffnen werde. „Erstens schafft diese Vereinbarung zusätzliche Hebel für Trump in Verhandlungen mit Moskau, wenn es notwendig ist, den Dialog zu führen oder Kompromisse zu erzielen“, zitiert eine Quelle der „European Truth“. Gleichzeitig betonte er, dass die Idee, die natürlichen Ressourcen der Ukraine als Druckmittel zu nutzen, von der aktuellen US-Führung unterstützt werde, und er ist überzeugt, dass ein solcher Schritt konkrete Ergebnisse bringen werde. Ein weiterer wichtiger Beweggrund, der von Bessent genannt wurde, ist das Bestreben, dem ukrainischen Volk und der internationalen Gemeinschaft zu signalisieren, dass die USA ein verlässlicher Partner und Schutzmacht der unabhängigen Ukraine bleiben. Laut des Ministers soll die Unterzeichnung einer solchen Vereinbarung ein Symbol der festen Unterstützung für die ukrainische Souveränität und ihre Ressourcen werden und die zweideutige Haltung Washingtons hinsichtlich der Zukunft der Ukraine verringern. Dies, so Bessent, solle auch kritische und skeptische US-Bürger beruhigen, dass eine langfristige Zusammenarbeit mit Kiew möglich sei, die Perspektiven für stabile wirtschaftliche Entwicklung und Sicherheit eröffnet. „Wir streben danach, dieses Partnerschaftsprojekt zur Quintessenz unserer Absichten und Werte zu machen“, zitierte der Minister. Er fügte hinzu, dass die Unterzeichnung der Vereinbarung nicht nur das wirtschaftliche Zusammenwirken signalisieren werde, sondern auch politische und sicherheitspolitische Unterstützung, die stillschweigend eine Garantie für die Ukraine angesichts der aktuellen Herausforderungen und geopolitischen Spannungen darstelle. Zur Erinnerung: Am 30. April dieses Jahres schlossen ukrainisch-amerikanische Diplomaten ein Rahmenabkommen, das eine umfassende Zusammenarbeit im Wirtschaftsbereich sowie die Verstärkung militärischer Hilfe vorsieht. Das Dokument umfasst unter anderem den Zugang zu 57 Bodenschätzen und Ressourcen sowie Verpflichtungen der USA, Kiew substanzielle militärische Unterstützung zu gewähren. Zudem hat US-Präsident Donald Trump persönlich hervorgehoben, dass diese Vereinbarungen Washington mehr bringen werden, als die ukrainische Regierung in Form finanzieller Investitionen erhält – eine Art Anspielung auf die strategische Bedeutung der Bodenschätze für die amerikanische Diplomatie. Gleichzeitig bleiben in Kiew noch Fragen zur praktischen Umsetzung dieses Abkommens offen. Ukrainischer Ministerpräsident Denys Shmyhal äußerte die Hoffnung, dass die Werchowna Rada das Dokument bis zum 8. Mai ratifizieren werde. Es ist jedoch anzumerken, dass bislang keine endgültig ausgearbeiteten und unterzeichneten „technischen“ Abkommen vorliegen, ohne die die langfristigen Folgen und die Zweckmäßigkeit der Zusammenarbeit fraglich bleiben. Analytiker und Experten warnen: Das Abkommen über die Bodenschätze und Ressourcen könnte nicht nur neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine eröffnen, sondern birgt auch potenzielle Risiken für ihre Unabhängigkeit und Sicherheit. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass das endgültige Ergebnis nicht nur von diplomatischen Schritten abhängt, sondern auch vom innerpolitischen Willen, der Kontrolle bei der Umsetzung der Vereinbarungen und der internationalen Aufmerksamkeit für alle Feinheiten des Abkommens. Letztlich bleibt die strategische Nutzung der ukrainischen Ressourcen im Kontext der russisch-amerikanischen Beziehungen eines der drängendsten und ambivalentesten Themen der zeitgenössischen Politik, das voraussichtlich auch in naher Zukunft auf der Agenda bleiben wird. Mehr zu diesem Thema und den möglichen Konsequenzen finden Sie in unserem analytischen Artikel: „Vorkommen im Tausch gegen Waffen: Was in der Ukraine-US-Vereinbarung enthalten ist und welche Risiken verbleiben“.

Source