Die Europäische Union hat einen historischen Schritt vollzogen
Zum ersten Mal in der Geschichte der Gründung der Europäischen Verteidigungsagentur (EVA) wurde an der Spitze ein hochrangiger Militär, nämlich ein General, eingesetzt. Diese Entscheidung stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung einer gemeinsamen Verteidigungspolitik Europas dar und zeigt den Willen der EU, ihre eigenen militärischen Fähigkeiten zu stärken und auf die neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart zu reagieren. Laut offiziellen Angaben, die von der leitenden Diplomatin der Europäischen Union, der estnischen Außenministerin Кая Каллас, bereitgestellt wurden, haben die Mitgliedsländer der EU dieNominierung des deutschen Generals Andre Dens für die Leitung der Europäischen Verteidigungsagentur im Einklang mit der Empfehlung der Europäischen Kommission vereinbart. Die offizielle Bestätigung der Ernennung erfolgte am 5. Mai dieses Jahres, und die Befugnisse des neuen Leiters treten am 16. Mai in Kraft. Es ist erwähnenswert, dass zuvor eine hochrangige militärische Persönlichkeit das Organ nicht leiten konnte; stattdessen wurde die Leitung von Vertretern der zivilen Führung übernommen. Nun aber wird der erste militärische General mit hohem Rang in der Geschichte des Organs die Möglichkeit haben, die Verteidigungsstrategien und die Weiterentwicklung gemeinsamer militärischer Fähigkeiten Europas maßgeblich zu beeinflussen. Каия Каллас betonte, dass die Kandidatur Dens unter Berücksichtigung seiner hohen beruflichen Kompetenz und seines tiefen Verständnisses der Sicherheitsbedürfnisse des Kontinents gewählt wurde. Ihrer Überzeugung nach werden die Erfahrungen und Führungsqualitäten des Generals für die Weiterentwicklung der EVA von Bedeutung sein, insbesondere in den aktuellen anspruchsvollen Zeiten, in denen hybride, Cyberkriegs- und möglicherweise groß angelegte militärische Bedrohungen an den europäischen Grenzen und im Sicherheitsraum Europas zunehmen. Der Leiter der EVA war bereits seit Februar 2023 stellvertretender Leiter der Organisation und war aktiv an der Umsetzung strategischer Projekte beteiligt, insbesondere im Hinblick auf den Kauf von 155-mm-Artilleriegeschützen für die Ukraine im Rahmen der europäischen Verteidigungspolitik. Dies unterstreicht seine Erfahrung in der Koordination und Leitung großer Verteidigungsinitiativen sowie seine Fähigkeit, in komplexen internationalen Bedingungen zu arbeiten. Die Europäische Verteidigungsagentur wurde bereits 2004 gegründet und ist eines der Schlüsselinstrumente der EU zur Weiterentwicklung gemeinsamer Verteidigungskapazitäten. Ihre Aktivitäten werden bei zweimonatlichen Sitzungen der Verteidigungsminister der Mitgliedsländer koordiniert, während entscheidende Fragen durch die Leitung – den Vorsitzenden der EVA und den Hohen Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik – erörtert werden. Das Hauptziel der Gründung der EVA ist die Entwicklung einer einheitlichen Verteidigungspolitik, die Förderung neuer militärischer Technologien und die Sicherung der kollektiven Sicherheit der Europäischen Union. Es ist erwähnenswert, dass die Europäische Kommission fast eine Milliarde Euro in den Europäischen Verteidigungsfonds (EVF) investiert, der zu einer starken Grundlage für die Entwicklung innovativer Verteidigungsindustrien auf dem Kontinent werden soll. Dieser Fonds eröffnet erstmals die Möglichkeit für die aktive Teilnahme ukrainischer Verteidigungsunternehmen an gemeinsamen Projekten, was angesichts der anhaltenden russischen Aggression besonders relevant ist. Die ukrainische Seite arbeitet aktiv mit der EU im Verteidigungsbereich zusammen. Eine der letzten Initiativen ist der gemeinsame Einkauf von 155-mm-Granaten für die Ukraine, was die moderne Partnerschaft auf europäischer Ebene und den Willen der EU, die Ukraine im Kampf um Souveränität und territoriale Integrität zu unterstützen, zeigt. Der EU-Verteidigungs- komisarr Андрюс Кубілюс kündigte an, dass die EU die militärische Hilfe für die Ukraine erhöhen werde, falls friedensschaffende Maßnahmen, insbesondere unter Beteiligung der USA und anderer Partner, keine gewünschten Ergebnisse erzielen. Dies zeigt die Ernsthaftigkeit des Willens der Europäischen Union, ihre Verteidigungsunabhängigkeit zu stärken und die Ukraine im Zuge der aktuellen Eskalation des Konflikts zu unterstützen. Insgesamt ist die Ernennung von Andre Dens zum Leiter der EVA ein äußerst wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem stärkeren, autonomeren und moderneren Verteidigungssystem Europas. Sie zeugt von einem Wandel in den Kooperationsansätzen der Mitgliedsländer sowie ihrem Bestreben, die kollektive Sicherheit in der Welt zu stärken – eine Herausforderung, die angesichts der gegenwärtigen globalen Krisen und lokalen Konflikte immer drängender wird.