Litauen verstärkt Maßnahmen zur Begrenzung der Einreise und des Aufenthalts von Bürgern Russlands, wobei der Fokus auf solchen liegt, die das Land des Aggressors häufig besuchen oder beabsichtigen, langfristig in diesem zu verbleiben

Chas Pravdy - 03 Mai 2025 15:41

Als Reaktion auf die militärische Aggression Russlands in der Ukraine und zur Erhöhung der Sicherheit hat die litauische Regierung eine Reihe neuer Regeln eingeführt, die die Rechte der Russen auf dem Gebiet des Landes erheblich einschränken. Seit dem 3. Mai 2024 ist ein Gesetz in Kraft, das den Entzug von Aufenthaltstiteln für russische Staatsbürger vorsieht, die innerhalb von drei Monaten mehrfach ohne triftige Gründe und objektive Ursachen nach Russland oder Weißrussland ausreisen. Bewusst kurze Aufenthalte in diesen Ländern ohne offensichtliche Gründe gelten als potenzielle Bedrohung für die Sicherheit Litauens. Ausnahmen bestehen nur für Transportunternehmen und Lastwagenfahrer, die transitartig durch die genannten Staaten reisen, oder für Personen, die solche Reisen aus Gründen hatten, die außerhalb ihres Willens oder ihres Wunsches liegen. Nach Ansicht der litauischen Behörden sollen diese Maßnahmen verhindern, dass Russland und Weißrussland für illegale Überquerungen oder das Eindringen ins Land missbraucht werden, was destabilisierende Auswirkungen haben könnte. Laut dem Migrationsdepartement befanden sich bis zum 1. April über 14.600 russische Staatsbürger mit gültigen Aufenthaltstiteln in Litauen. Dies stellt einen beträchtlichen Wert dar, da das Land bestrebt ist, die Anzahl der ausländischen Bürger mit langfristigen oder kurzfristigen Aufenthaltsgenehmigungen zu verringern, insbesondere im Hinblick auf die politische Situation. Darüber hinaus hat das litauische Parlament ein Gesetz mit dem Titel „Über die Einführung restriktiver Maßnahmen im Zusammenhang mit der militärischen Aggression gegen die Ukraine“ verabschiedet, das den Prozess der Erteilung neuer Schengen- und nationaler Visa für Russen und Weißrussen erheblich erschwert. Nach diesem rechtlichen Akt ist die Antragstellung für Visa vorübergehend ausgesetzt, außer in Fällen, in denen das Außenministerium die Kontrolle und Entscheidung über solche Anträge persönlich übernimmt. Dementsprechend können Bürger Russlands und Weißrusslands keine Anträge auf langfristige Aufenthalte in Litauen stellen, wenn sie kein gültiges Visum oder Aufenthaltstitel besitzen. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Russen und Weißrussen, sich dauerhaft in Litauen aufzuhalten, deutlich einzuschränken, insbesondere angesichts der aktuellen geopolitischen Lage. Das Gesetz sieht außerdem zusätzliche Kontrollmaßnahmen für Bürger Russlands und Weißrusslands vor, die auf atypischen Routen nach Litauen einreisen, z. B. durch Nicht-EU-Länder. Diese werden sorgfältig hinsichtlich möglicher Bedrohungen für die nationale Sicherheit geprüft. Für solche Personen ist es außerdem untersagt, ukrainische Hrywnja nach Litauen zu bringen oder auszuführen, sowie landwirtschaftliche Produkte und Futtermittel russischer oder weißrussischer Herkunft zu importieren. Rechtlich ist festgelegt, dass Nichtansässige keine Immobilien in Litauen kaufen dürfen. Diese Regelung gilt für russische und weißrussische Staatsbürger ohne litauische Staatsbürgerschaft und stellt einen weiteren Schritt im Rahmen der restriktiven Maßnahmen dar. Sie können keine Immobilien oder andere Immobilien im Land erwerben, wenn sie keine entsprechenden Genehmigungen besitzen, was jegliche Pläne Russlands bezüglich Investitionen in lokalen Immobilien erschwert. Angesichts dieser Welle von Einschränkungen plant die litauische Führung weitere Maßnahmen. So wurde vorgeschlagen, Änderungen im Gesetz vorzunehmen, um den Kauf von Wohnungen in der Nähe von Militäranlagen und strategischen Infrastrukturobjekten zu verbieten, um den Einfluss potenzieller Bewohner aus Russland im Hochrisikobereich weiter einzuschränken. Darüber hinaus hat die litauische Regierung die Möglichkeiten ihrer Bürger eingeschränkt, die russische, weißrussische oder chinesische Pässe besitzen, an der Aufnahme in die General-Jonaus-Jemaitis Akademie teilzunehmen — ein Stresstest für die innere Sicherheitspolitik des Staates. Dieser Schritt zielt darauf ab, potenzielle ausländische Agenten oder Personen, die möglicherweise indirekt mit dem Aggressorland verbunden sind, zu verhindern. Alles deutet darauf hin, dass die litauischen Behörden weiterhin beispiellose Maßnahmen zur Stärkung ihrer Sicherheit und zur Kontrolle der Bewegungen russischer Bürger ergreifen. Diese Einschränkungen gelten mindestens bis zum 2. Mai 2026 und demonstrieren das Verständnis, dass der Kampf gegen den Einfluss der Aggression langfristig und systematisch sein muss. Angesichts des anhaltenden Konflikts und der angespannten Lage in der Region ruft Litauen zu Einigkeit und entschlossenen Maßnahmen auf, um seine Unversehrtheit und Sicherheit vor potenziellen Bedrohungen seitens Russlands und seiner Verbündeten zu schützen.

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