Der ukrainische Präsident Zelenskyj appellierte an Orbán, die Ukraine nicht in die innenpolitischen Auseinandersetzungen Hungariens hineinziehen

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Zelenskyj, äußerte erneut scharf seine äußerst negativen Einschätzungen zum Verhalten des ungarischen Premierministers Viktor Orbán, indem er ihm vorwarf, die ukrainische Regierung für seine innerpolitischen Spiele zu instrumentalisieren. Der Staatschef betonte, dass Orbáns Handlungen nicht nur die Integrationsprozesse der Ukraine in die Europäische Union negativ beeinflussen, sondern auch eine ernsthafte Gefahr für die Stabilität in der Region darstellen. In seiner Stellungnahme zu den Äußerungen des ungarischen Regierungschefs bezüglich fehlender Perspektiven für einen zügigen Beitritt der Ukraine zur EU, warf Zelenskyj Orbán offen vor, im Schatten politische Machtspiele zu betreiben und die Ukraine in die innenungarischen Wahlprozesse einzubeziehen. „Man sollte uns nicht in die eigenen Wahlen hineinziehen. Das ist unser Krieg nicht, und wir haben nicht vor, ein Instrument zur Erreichung politischer Ziele anderer Staaten zu werden“, betonte er und fügte hinzu, dass der ungarische Premier versuche, den Blockierungsprozess des ukrainischen EU-Beitritts zu eigenen Interessen zu missbrauchen. Der Präsident hob außerdem hervor, dass Orbáns Bemühungen sich nachteilig auf die künftigen Verhandlungen der Ukraine mit europäischen Partnern auswirken könnten. „Er blockiert offen unseren Weg in die EU, was im Kontext seines innenungarischen politischen Kampfes geschieht, der eigene Ziele und regionale Ambitionen verfolgt. Doch diese Taktik wird früher oder später scheitern, da die Mehrheit der EU-Mitglieder immer noch die Position der Ukraine unterstützt“, versicherte Zelenskyj. Zusätzlich merkte er an, dass Orbáns Handlungen „sehr gefährlich“ seien – nicht nur für die Ukraine, sondern für die Integrität der Europäischen Union insgesamt. „Wir informieren unsere Partner darüber, was vor sich geht. Es ist wichtig, die Einheit zu bewahren, und nicht zuzulassen, dass einzelne Länder Hindernisse für unseren europäischen Weg werden“, betonte er. Das Thema des EU-Beitritts der Ukraine ist eines der drängendsten in letzter Zeit. Die Verhandlungen mit Ungarn, die am 29. April in Budapest stattfanden, bestätigten erneut die Komplexität der Situation: Die ungarische Seite äußerte ihre Einschränkungen, während die Ukraine bestrebt ist, den Prozess zu beschleunigen. Nach den Beratungen wurde vereinbart, regelmäßige Kommunikationskanäle einzurichten, um die Verhandlungen künftig wieder zu entsperren und den lang ersehnten EU-Beitritt zu verwirklichen. Gleichzeitig ist erwähnenswert, dass Budapest die Initiative ergriff, um eine öffentliche Meinungsumfrage zum möglichen EU-Beitritt der Ukraine durchzuführen. Die Organisation sieht in diesem Schritt die Notwendigkeit, die Meinungen in der Gesellschaft zu klären, doch Viktor Orbán hat bereits öffentlich gegen eine schnelle Integration der Ukraine protestiert und sich gegen deren Beitritt zu diesem Zeitpunkt ausgesprochen. Die Situation rund um die europäische Integrationsambitionen der Ukraine bleibt somit komplex. Zugleich demonstrieren Zelenskijs Worte die unerschütterliche Entschlossenheit des Staates, seinen strategischen Kurs auf den Beitritt zur Europäischen Union beizubehalten und jeglichen Versuchen externer Einflussnahme, insbesondere seitens Ungarns, entgegenzuwirken.