Laut einer Mitteilung der Agentur Reuters bereitet sich Belgien auf einen historischen Schritt im Rahmen der Beschlagnahmung eingefrorener russischer Vermögenswerte vor, was erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Sanktionsregime und die Finanzpolitik der Europäischen Union gegenüber Moskau haben könnte

Chas Pravdy - 02 Mai 2025 15:40

Im Rahmen dieser Initiative plant das belgische Finanzunternehmen Euroclear, rund drei Milliarden Euro aus dem Gesamtschutz der eingefrorenen russischen Gelder, die derzeit unter Sanktionen stehen, einzuziehen und umzuschichten. Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund eines langjährigen Konflikts zwischen dem Westen und Russland, insbesondere nach Moskaus groß angelegter Invasion in die Ukraine im Februar 2022, die umfassende Sanktionsmaßnahmen und die Beschlagnahmung von Vermögenswerten russischer Investoren in Europa ausgelöst hat. Laut Quellen, die mit der Situation vertraut sind, sollen diese Gelder verwendet werden, um westlichen Investoren Entschädigungen zu gewähren, die ihre Mittel durch die Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte verloren haben. Es wird auch betont, dass Euroclear beabsichtigt, 3 Milliarden Euro aus einem Gesamtbetrag von etwa 10 Milliarden Euro umzuschichten – das ist genau die Summe an Bargeld, die russische juristische und natürliche Personen besitzen, die von den Sanktionen der EU betroffen sind. Derzeit wird geprüft, wer genau diese Gelder erhalten soll, da keine endgültigen Details zur Verteilung veröffentlicht wurden. Es ist jedoch bekannt, dass die Entscheidung, diese Beträge freizugeben, im März auf der Grundlage entsprechender Anordnungen der belgischen Behörden getroffen wurde. Zudem hat Euroclear im Lichte dieser Ereignisse bereits ihre Kunden über die bevorstehenden Zahlungen informiert, indem sie Ende letzter Woche ein entsprechendes Informationsdokument versandt hat. In ihrer Mitteilung bestätigte das Unternehmen den Erhalt der Genehmigung der belgischen Regulierungsbehörden zum Einfrieren und Übertragen der Gelder. Zugleich weist Reuters darauf hin, dass die Details zur Identität der russischen Eigentümer der Vermögenswerte, deren Beschlagnahmung geplant ist, sowie die Situation im Hinblick auf mögliche rechtliche Konsequenzen noch unklar sind. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass dieser Schritt den Druck des Westens auf Russland erhöht. Denn, laut einigen Quellen, betrifft dieser Betrag nicht die mehr als 200 Milliarden Euro an Reserven der russischen Zentralbank, die in der EU gehalten werden und derzeit eingefroren sind. Allerdings stellen diese Vermögenswerte – einschließlich Bargeld, Aktien und Anleihen, die fast ausschließlich durch Euroclear gehalten werden – eine bedeutende Druckquelle dar und könnten als Teil eines wirtschaftlichen und politischen Druckmittels genutzt werden, um russische Handlungen zu blockieren und diplomatische Wege zur Konfliktlösung zu suchen. Für Moskau könnte dieser Schritt eine neue Eskalation der Spannungen bedeuten, da es bereits gewarnt hat, dass jede Beschlagnahmung eigener Vermögenswerte mit dem Ziel, diese für die Finanzierung der Ukraine zu nutzen, als „Diebstahl“ angesehen wird. Moskau hat bereits Änderungen an der inländischen Gesetzgebung vorgenommen, die es ihm erlauben, in Reaktion rechtliche Maßnahmen gegen die eingefrorenen Vermögenswerte anderer Staaten zu ergreifen. Zudem werden innerhalb der Europäischen Union langwierige Diskussionen darüber geführt, ob die Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte mit dem Ziel, sie an die Ukraine zu übertragen, rechtlich und moralisch gerechtfertigt ist. Viele hohe Vertreter, darunter Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien, sind skeptisch und befürchten, dass solche Maßnahmen das Investitionsklima und das internationale Ansehen der EU schädigen könnten. Experten und Analysten betonen jedoch, dass die Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte und deren Weiterverteilung erhebliche politische und wirtschaftliche Implikationen habe: Einerseits könnten diese Maßnahmen ein wichtiges Instrument zur Aufrechterhaltung des Sanktionsregimes und des Drucks auf den Kreml sein, andererseits werfen sie ernsthafte rechtliche Fragen hinsichtlich der Eigentumsrechte und der Legitimität solcher Maßnahmen auf. Es wird darauf hingewiesen, dass Euroclear den größten Anteil der sanktionierten russischen Vermögenswerte in Europa hält – über 180 Milliarden Euro. Gleichzeitig betont Russland, dass die Rückführung dieser Vermögenswerte für sie eine Priorität darstellt und bereits etwa hundert Gerichtsverfahren gegen die Aktivitäten von Euroclear und anderen Finanzstrukturen in Europa eingeleitet wurden. Auch das politische Gegeneinander verstärkt sich. Moskau hat bereits unmissverständlich erklärt, dass jegliche Maßnahmen zur Beschlagnahme seiner Vermögenswerte und deren Nutzung für die Ukraine eine entsprechende Reaktion zur Folge haben könnten. Gleichzeitig laufen in der EU auf höchster Ebene langwierige Diskussionen über die Zukunft und Ziele solcher Beschlagnahmungen. Größere Länder wie Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien warnen, dass im Falle radikalerer Maßnahmen die Investitionsattraktivität und der politische Ausgleich im Rahmen der diplomatischen Verhandlungen beeinträchtigt werden könnten. Befürworter solcher Maßnahmen sind jedoch der Ansicht, dass diese Handlungen angesichts des Ausmaßes russischer Aggression und der Bemühungen westlicher Länder, der Ukraine zu helfen, gerechtfertigt sind und breite Unterstützung in der internationalen Gemeinschaft finden. Damit bleiben die zukünftigen Schritte Europas im Hinblick auf die eingefrorenen russischen Vermögenswerte aufmerksam verfolgt und es bestehen unterschiedliche Meinungen unter Experten, Politikern und Finanzanalysten. Festzuhalten ist, dass die Frage der Beschlagnahmung und Weiterverteilung russischer Vermögenswerte bereits zu einem der umstrittensten und sensibelsten Themen in der heutigen internationalen Politik geworden ist, dessen Entscheidung das Potenzial hat, die Spielregeln im globalen Finanzsystem sowie die diplomatischen Prozesse im kommenden Jahrzehnt grundlegend zu verändern.

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