In Polen wurde ein provokantes Schild von der Grabstätte ukrainischer Soldaten abgebaut
Im Nachbarland Polen wurde kürzlich ein umstrittenes und provokatives Schild entfernt und demontiert, das an der Stelle der Beisetzung ukrainischer Freiheitskämpfer — Kämpfer der Organisation Ukrainischer Aufstandsarmeen (UPA) — angebracht war. Der Vorfall ereignete sich auf einem Massengrab, das auf dem Monastir-Hügel in der Nähe der Grenze zwischen Polen und der Ukraine liegt, und wurde in ukrainischen Medien sowie diplomatischen Kreisen breiter kommentiert. Laut Angaben des ukrainischen Ministeriums für Kultur und Strategische Kommunikation wurde am 28. April dieses Jahres die örtliche polnische Behörde, insbesondere ein Denkmalschützer aus der Präfektur Karpatenvorland, angewiesen, dieses provokative Schild unverzüglich zu entfernen. Das ukrainische Ministerium betonte, dass die entsprechenden Maßnahmen strikt im Einklang mit der geltenden polnischen Gesetzgebung und unter Beachtung aller Normen zum Schutz des kulturellen Erbes durchgeführt wurden. Nach Angaben der polnischen Kollegen wurde zuvor ein strafrechtliches Verfahren im Zusammenhang mit diesem Vorfall eingeleitet. Die polnische Polizei eröffnete eine strafrechtliche Untersuchung wegen mehrerer Artikel des Strafgesetzbuches, insbesondere wegen Missachtung eines Denkmals oder eines anderen öffentlichen Ortes, der der Würdigung historischer Ereignisse oder Persönlichkeiten gewidmet ist, sowie wegen Zerstörung fremden Eigentums. Es betrifft insbesondere das Denkmal, das in den 1990er Jahren auf Initiative der ukrainischen Gemeinschaft in Polen errichtet wurde — das Grab der Kämpfer der Ukrainischen Aufstandsarmee, die im Kampf gegen Einheiten des NKWD gefallen waren. Das Denkmal befindet sich auf einem Hügel im Dorf Monastyr in der Gmina Horets und symbolisiert die ukrainischen Freiheitskämpfer. Dieser Ort wurde bereits mehrfach beschädigt. Die Meldung gewann noch mehr an Resonanz, nachdem auf dem Grab ein äußerst provokatives Schild mit folgendem Text erschien: „Brüderliches Grab der Ukrainer, Mitglieder der Ukrainischen Aufstandsarmee, verantwortlich für Terror und Völkermord gegen wehrlose polnische, ukrainische und jüdische Bevölkerung. Gott, erbarme dich über sie und rette sie vor den schrecklichen Taten, die sie gegen ihre Brüder begangen haben. Vergebung bedeutet nicht Vergessen, sondern Heilung des Schmerzes.“ Dieses Schild löste Empörung sowohl in der ukrainischen als auch in der polnischen Öffentlichkeit sowie bei diplomatischen Kreisen aus. Das ukrainische Außenministerium äußerte seine Besorgnis über den Vorfall und ist überzeugt, dass die Platzierung einer solch provokativen Information durchaus ein Geheimnis gewesen sein könnte — ein Versuch, den Dialog zwischen den beiden Ländern im Bereich der Würdigung der Geschichte und der Versöhnung zu behindern. Kiew betont, dass solche Handlungen keine Verbesserung der Beziehungen fördern und das diplomatische Gleichgewicht hinsichtlich der historischen Bewertungen stören. Insgesamt hat die Demontage des provokativen Schildes erneut gezeigt, wie aktuell und heikel die Frage des historischen Gedenkens in den polnisch-ukrainischen Beziehungen ist, da weiterhin drängende Fragen zur Ehrung der Freiheitskämpfer und der territorialen Unversehrtheit bestehen. Gleichzeitig betonen ukrainische Regierungsstellen die Bedeutung der Rechtsstaatlichkeit und der Suche nach einem Kompromiss, um weitere Konflikte in diesem Bereich zu vermeiden.