In der Ukraine läuft ein groß angelegter Fall von Misshandlungen und Missbräuchen innerhalb einer militärischen Formation, der die Öffentlichkeit und die Strafverfolgungsbehörden aufmerksam gemacht hat

Chas Pravdy - 02 Mai 2025 17:37

Verdächtigt im Zusammenhang mit grausamen Verbrechen in der 211. Pontonbrückenbrigade der Unterstützungsstreitkräfte der Ukrainischen Streitkräfte – Владислав Пастух – befindet sich derzeit außerhalb des Landes, insbesondere in Moldawien. Dies wurde aus offiziellen Quellen bekannt, insbesondere aus den Antworten des Staatlichen Untersuchungsbüros (ДБР) auf eine Anfrage der „Ukrainische Wahrheit“. Die internationale Ermittlungsarbeit und die Zusammenarbeit mit moldawischen Strafverfolgungsbehörden nehmen Fahrt auf, da die ukrainischen Ermittler Anstrengungen unternehmen, um seine Auslieferung zu erreichen. Laut Informationen, die vom ДБР veröffentlicht wurden, ist Владислав Пастух bis Ende 2024 bereits international und staatlich zur Fahndung ausgeschrieben. Gemäß der offiziellen Antwort vom 28. Dezember 2024 wurde am selben Tag ein Antrag an die moldawischen Strafverfolgungsbehörden bezüglich seiner Auslieferung an die Ukraine geschickt. Bereits am 2. Januar 2025 wurde jedoch beschlossen, diesen Vorgang basierend auf ukrainischer strafprozessrechtlicher Gesetzgebung zu stoppen — wegen laufender Ermittlungen zur Verfolgung des Verdächtigen und der entsprechenden kriminalpolizeilichen Maßnahmen. Früher, am 26. Dezember 2024, teilten die Ermittler des ДБР Владислав Пастух eine Verdächtigung wegen Amtsmissbrauchs in einer besonders sensiblen Zeit des Kriegszustands mit. Diese Tat sieht vor, Gewalt oder grausame Maßnahmen ohne Notwendigkeit anzuwenden — gemäß Artikel 426-1 des ukrainischen Strafgesetzbuches. Bereits zwei Tage später, am 28. Dezember, wurde diese Verdächtigung erweitert und mit noch schwerwiegenderen Artikeln ergänzt — es geht um Folter (Absätze 1 und 2 von Artikel 127 des Strafgesetzbuches) sowie unrechtmäßige Freiheitsberaubung oder Menschenraub (Artikel 146). Die Ermittlungen in diesem Fall begannen bereits im Dezember 2024, als die „Ukrainische Wahrheit“ die Ergebnisse ihrer eigenen Recherchen zu Misshandlungen, Erpressung und Korruptionsschemen in der 211. Brigade veröffentlichte. Am 17. Dezember wurde außerdem bekannt, dass die Ermittler des ДБР ein Strafverfahren wegen möglicher unstatutärer Methoden der Erziehung und Gewaltanwendung gegenüber Soldaten eingeleitet hatten, basierend auf den Untersuchungen und Aussagen der Opfer. Am folgenden Tag, dem 26. Dezember, informierten die ДБР-Ermittler über die Verdächtigung eines Zugführer-Vladislav Пастух, der nach Angaben der Ermittler direkt mit den grausamen Misshandlungen und Schlägen an seine Untergebenen beteiligt war. Es stellt sich heraus, dass diese Geschichte Wurzeln in eine komplexe und verschlungene interne Struktur der Brigade hat, in der illegale Geldforderungspraktiken, Verwandtschaftsnetzwerke und systematische Machtmissbräuche bestanden. Derzeit ist das Hauptziel des ukrainischen Rechtssystems, den Verdächtigen aus Moldawien auszuliefern. Dieser Prozess gestaltet sich jedoch aufgrund rechtlicher und diplomatischer Besonderheiten schwierig. Die ukrainischen Ermittler arbeiten aktiv mit moldawischen Kollegen zusammen, bereiten alle notwendigen Dokumente und Beweismittel vor, um Владислав Пастух nach Europa zurückzubringen und dort die Ermittlungen sowie eine gerichtliche Verfolgung durchzuführen. Ein jüngster Vorfall im Rahmen dieses Falls bestätigt erneut die Ernsthaftigkeit und die Dimensionen des Problems innerhalb der Streitkräfte, wo Missbräuche und Misshandlungen zu einer systematischen Erscheinung wurden. Medien und Öffentlichkeit verfolgen die Entwicklung sehr genau, denn das Verhalten der Soldaten, welche eigentlich das Land schützen sollten, wurde zu einer Quelle von Angst und Menschenwürdeverletzung. Verantwortlichkeit und Gerechtigkeit sind entscheidend, um das Vertrauen in die militärischen Institutionen wiederherzustellen und eine angemessene Kontrolle über die Einhaltung der Rechte der Soldaten zu gewährleisten. Der Abschluss des Falls und die Verantwortlichmachung aller Täter werden ein Signal an die Streitkräfte und die Gesellschaft insgesamt sein, dass jegliche Missbräuche und Verletzungen der Menschenrechte strafbar sind. Zugleich wirft dieser Fall ernsthafte Fragen auf, bezüglich der Notwendigkeit einer vertieften inneren Kontrolle und Reformen im System der militärischen Ausbildung und Führung, um zukünftige Missbräuche zu verhindern.

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